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 13. Etappe
 Donnerstag, 28.6.2012

27.6.2012

Übersicht Cevennen/Provence, Juni/Juli 2012

29.6.2012

 
Route
Florac Le-Pont-de-Montvert Col du Finiels Le Bleymard Mende
 
Wetter
Wie immer (nein, morgens Wolken und sogar drei Regentropfen, dann aber wie immer)
 
Kilometer
Etappe Gesamt
77,9 km 1.193,8 km
 
Höhenmeter
Etappe Gesamt
1.230 m 13.424 m
 
Sattelstunden
Etappe Gesamt
5:19 h 73:12 h
 
Fotos
Etappe Gesamt
106 1.404
 
Ausgaben für Getränke
Etappe Gesamt
7,25 EUR 128,01 EUR
 
Unterkunft
Hotel Urbain V
55,50 EUR
 
   
 

Papst Urban V und Mario Balotelli

 
 
Bewölkt. Und die Wettervorhersage faselte von Regen. Sowas. Frühstück hatte ich gestern schon gekauft; nach Zeltabbau und fast vergessenem Zeltplatzfoto machte ich mich auf den Weg. Es stand den Col du Finiels auf dem Programm, mein höchster Cevennenpunkt. Aber erstmal Frühstück, nach wenigen Kilometern in eine Bushaltestelle in Cucurès, denn tatsächlich: Regentropfen.

 
  Florac
Fast vergessen: Zeltplatzfoto
  Bédouès
Bédouès, Kirche
 
Dann ging's los. Mit dem "Regen" war es auch schon wieder vorbei, mehr als die paar Tropfen fielen nicht mehr. Tarnaufwärts bis Le Pont-de-Montvert war die Steigung sehr moderat, auf knapp 20 km etwa 400 Höhenmeter. Wobei manch Kilometer auf dieser Strecke sehr, sehr kurz war.

 
  Méjean
Oh je, das war steil
  12
Die kürzesten zwei Kilometer: Erst 12,
  10
nur noch 10
   
  Castle
Castle
  Nick Knatterton?
Nick Knatterton?
 
Irgendwann drehte ich mich mal um und sah die Serpentinen, die von Florac hoch auf den Causse Méjean führten das war etwas steiler! Überraschend deutlich erkennbar war dieses Straße auch aus dieser Entfernung.

 
  Le Pont de Montvert
Blick zurück, ganz hinten die
  Le Pont de Montvert
Straße auf den Causse Méjean
  Le Pont de Montvert
Le Pont de Montvert aus der Ferne
 
Le Pont-de-Montvert, fast eine Metropole in dieser verlassenen Region. Um halb elf war ich da, kaufte kalte Cola und zwei Croissants für ein zweites Frühstück. Historischer Fleck, dieses Le Pont-de-Montvert: Hier begann 1702 der Cevennenkrieg. Die Camisarden waren Protestanten, die sich auf der Flucht vor den Katholiken in die armen und unzugänglichen Cevennen zurückzogen. Ludwig der XIV. nahm 1685 das Edikt von Nantes zurück, das die Religionsfreiheit garantierte. In der Folge wurden die Protestanten regelrecht gejagt, dabei tat sich der Abbé du Chaila als besonders grausam hervor. Er wohnte in Le Pont-de-Montvert, und die Erstürmung seines Domizils im Juli 1702 war der Beginn des Cevennenkriegs, der auf beiden Seiten grausam geführt wurde und in der Entvölkerung der Cevennen endete.

 
  Le Pont de Montvert
Impressionen aus
  Le Pont de Montvert
Le Pont de Montvert
  Le Pont de Montvert
Brücke über den Tarn
 
Grausame Geschichte, idyllische Gegenwart im kleinen Dorf am ganz jungen Tarn. Inzwischen schien die Sonne wieder und ich machte mich auf den Weg nach oben, hinauf auf den Col de Finiels.

 
  Col de Finiels
Auf dem Weg zum Col de Finiels I
  Col de Finiels
Auf dem Weg zum Col de Finiels II
   
  Col de Finiels
Auf dem Weg zum Col de Finiels III
  Col de Finiels
Auf dem Weg zum Col de Finiels IV
 
Das war jetzt deutlich mehr Arbeit: 11 Km, 650 Höhenmeter. Ich geriet ins Schwitzen und musste kämpfen. Doch wie immer: Es lohnte sich.

 
  Col de Finiels
Steinbrockenlandschaft am
Mont Lozère
  Col de Finiels
Steinbrocken aus der Nähe
  Col de Finiels
Im Hintergrund der Mont Aigoual
   
  Col de Finiels
Höchster Pass der Cevennen
  Col de Finiels
Passlandschaft
 
Wiese, wenig Wald, Granitbrocken überall, dazu schöne Blicke zum Mont Aigoual und zum Causse Méjean es machte Spaß. Und es war angenehm warm, nicht mehr so heiß wie die letzten Tage. Okay, dazu trug wohl auch die Höhe etwas bei.

 
  Col de Finiels
Höhenweiden
  Col de Finiels
Lozèreimpressionen
  Col de Finiels
Lozèreimpressionen
 
Ein paar Kühe laufen herum, sonst ist es eher einsam. Das Départemen Lozère hat keine 80.000 Einwohner, ist mit 15 EW/km² das am dünnsten Besiedelte Département Frankreichs und eine der bevölkerungsärmsten Gegenden der EU. Nix los, aber immerhin schöne Landschaften. Und für mich folgte eine schöne Abfahrt bis Le Bleymard. Von dort ging es weiter bergab, dazu mit Rückenwind. Und heiß war es mal wieder, aber das war ja nichts neues.

 
  Saint-Julien-de-Tournel
Saint-Julien-de-Tournel
 
Mende war das Ziel, ich brauchte ein Hotel heute abend mit Fernseher, immerhin stand das EM-Halbfinale Italien-Deutschland auf dem Programm. Und Mende war näher als erwartet, heute dürfte ich deutlich unter 100 km bleiben. Noch dazu wurde die Landschaft langweiliger, Typ gemäßigtes Mittelgebirge, also fast wie daheim. Aufregend wurden erst wieder die letzten zehn Kilometer bis Mende, allerdings aufregend auf eine Art, auf die ich gerne verzichtet hätte: Ich fuhr auf die N88, mit sehr viel Verkehr, viele LKW, noch mehr PKW. Was für ein Kontrast zum fast bevölkerungs- und verkehrsfreien Beginn des Tages!

 
  Mende
Kathedrale von Mende I
  Mende
Kathedrale von Mende II
  Mende
Papst Urban V
 
In Mende angekommen fuhr ich erstmal wieder raus, zum Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt. Getränke fassen. Dann zurück zum Hotel, Urban V heißt es nach einem Papst aus dem 14. Jahrhundert: Geboren in der Nähe von Le Pont-de-Montvert war er der vorletzte Papst, der in Avignon residierte. Vor der Kathedrale Notre-Dame-et-Saint-Privat, einem imposanten gotischen Bauwerk, steht er nun bronzen.

 
  Mende
Bilder aus der
  Mende
Altstadt von
  Mende
Mende
  Mende
Tour des Pénitents
   
  Mende
Prefektur des Départements Lozère
  Mende
Jugendstil in den Cevennen
  Mende
 
Da ich ziemlich früh in Mende war, machte ich noch einen ausgedehnten Stadtrundgang. Die Altstadt war wirklich schön, Fachwerkhäuser, ein bisschen Jugendstil, dominiert von der mächtigen Kathedrale. Auch einige nette Restaurants gab es, aber ich hatte Lust auf Fast-Food. Und so gönnte ich mir im Irish Pub einen Hamburger. Bzw. vor dem Irish Pub, bei diesem Wetter saß kaum einer drinnen. Hauptsache es schmeckte, und das tat es. Bin ja nicht unbedingt der Gourmet.

 
  Mende
Rathaus
  Mende
 
Im Hotel gab's dann Mario Balotelli, viel mehr Worte zum Halbfinale möchte ich nicht verlieren. Offensichtlich leben auch ein paar Italiener in Mende, ca. drei Autos drehten hupend ein paar Runden auf dem Altstadtring. Trotzdem konnte ich einschlafen.

 
  Mende
Hotel Urban V
  Mende
Halbfinalszimmer
  Mende
Hotelfensterblick
   
   

27.6.2012

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29.6.2012