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Kartenmaterial

Fahrrad und Bahn
Die Daten . Die Karte . Der "Pass" . Die Bilder 

Daten Südanstieg

Ort Höhe ü. NN Entfernung Höhendifferenz Kumulierte Entfernung Kumulierte Höhendifferenz
Bédoin 275 m
St. Estève 500 m 5,5 km 225 m 5,5 km 225 m
Chalet Reynard 1.419 m 9,5 km 919 m 15 km 1.144 m
Gipfel 1.912 m 6 km 493 m 21 km 1.637 m
Durchschnittliche Steigung 7,8 %
Maximale Steigung 13 %

Daten Westanstieg

Ort Höhe ü. NN Entfernung Höhendifferenz Kumulierte Entfernung Kumulierte Höhendifferenz
Malaucène 317 m
Les Ramayettes 974 m 9 km 657 m 9 km 657 m
Abzw. Mt. Sérein 1.428 m 7 km 454 m 16 km 1.111 m
Gipfel 1.912 m 5 km 484 m 21 km 1.595 m
Durchschnittliche Steigung 7,6 %
Maximale Steigung 13 %

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Karte Ventoux

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Der "Pass"

'Altissimum regionis guius montem, quem non immerito Ventosum vocant, hodierno die sola vivendi insigenm loci altitudinem cuptiditate ductus, aacevdi. Multis hoc annis in animo fuerat ...' - heißt auf deutsch: 'Den höchsten Berg unserer Gegend, der nicht unverdienterweise der windige (ventosus) genannt wird, habe ich gestern bestiegen, lediglich aus Verlangen, die namhafte Höhe des Ortes kennenzulernen ...'
Diese Sätze markieren den Anfang des Alpinismus, wie wir ihn heute kennen: Francesco Petrarca, der Dichter, war am 26. April 1336 der erste Mensch der Geschichte, der einen Berg aus reiner Freude bestieg (zumindest ist von keinem anderen etwas derartiges überliefert). Und zwar eben jenen Mont Ventoux, den "König der Provence", der schon aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen ist (Bild 1), da sich seine fast 2.000 m unmittelbar aus der bene der Provence erheben.
Ob es allerdings für den Radfahrer auch eine Freude ist, diesen Berg zu erklimmen, sei dahingestellt. Drei Strassen führen auf den Gipfel, die der Radler benutzen kann. Von Sault im Südosten sind es 26 km und 1.144 Höhenmeter, von Malaucène im Westen ist es kürzer und die Höhendifferenz ist grösser: Der Radfahrer muss 1.595 Höhenmeter in 21 km überwinden. Noch ein wenig schwieriger ist der Anstieg von Bédoin im Südwesten, 1.637 Höhenmeter in 21 km.
Nochmal zur Freude des Radfahrers: Immerhin fahren die meisten ja freiwillig und in ihrer Freizeit den Berg hinauf, insofern schon vergleichbar mit Petrarca. Nicht mehr ganz vergleichbar dürfte dagegen die Charakteristik des Berges sein, denn erst nach der Rodung der Wälder erhielt er in den oberen Regionen sein karges, an eine Geröllwüste erinnerndes "Outfit". Dies und seine exponierte Lage machen gleich klar, worauf man sich einstellen kann: es kann auch im Sommer sehr kalt und vor allem windig sein, aber auch sehr warm, und da es oben nicht die Spur von Schatten gibt, ist ausreichender Sonnenschutz unabdingbar.

Nun zum Berg, als erstes der Anstieg von Bédoin. Gleich im Ort geht es los, sofort ist das Ziel zu sehen (Bild 2), und man wird regelmässig darüber informiert, was noch so alles zu bewältigen ist (Bild 3). Dennoch deutet kurz hinter Bédoin noch nichts (ausser einem Blick nach rechts) auf die kommenden Strapazen hin. Aber die meisten Personen auf Bild 4 wissen wohl, was sie erwartet; auch jene von vielen Zuschauern angefeuerten Radfahrer auf Bild 5, von denen längst nicht alle so fit sind wie die, die ein paar Stunden später kommen. Dieses Bild ist noch im Wald von Perrache aufgenommen, der zwischen Bédoin und dem Chalet Reynard mehr oder weniger dicht ist und wenigstens ab und zu Schatten spendet. Steil ist es dennoch, im Schnitt nicht viel weniger als 10 %. Kurz vor dem Chalet Reynard ist es dann ein kurzes Stück mal etwas flacher, ehe es hinaus in die Wüste geht. Zwischen den Zuschauermassen kann man auf Bild 6 ein Schild erkennen: "Col ouvert". Das wäre ja noch schöner!
Nun geht es immer am Hang entlang hin zu dem schon deutlich sichtbaren Turm auf dem Gipfel. Die Bilder 7 und 8 sind in der Gegend des Chalet Reynard aufgenommen, es beginnt hier der Kampf gegen die Steigung und das Wetter, ob Wind oder Hitze oder beides. Selbst hartgesottene Cowboys lassen den Kopf hängen (Bild 9), obwohl das Ziel greifbar nah scheint (Bild 10). Nicht jeder hat diesen Kampf gewonnen: der englische Radprofi Tom Simpson brach am 13. Juli 1967 kurz vor dem Ziel zusammen und starb, vollgepumpt mit Amphetaminen zum Aufputschen und Alkohol zum Betäuben der Schmerzen. Ihm zu Ehren ist ein Denkmal errichtet worden, an dem jeder Radfahrer ein Opfer bringen muss, damit er weiterhin Glück hat (Bild 11). Dort war dennoch am Tag der Tour-Etappe für jeden Radfahrer Schluss, ab hier wurde man nachdringlich am weiteren Befahren der Strasse gehindert (Bild 12).
Die nächsten Bilder zeigen Eindrücke von der Tour de France auf der 12. Etappe im Jahre 2000. Bild 13 zeigt den Blick zurück von fast ganz oben, ungefähr auf der Höhe der Waldgrenze befindet sich das Chalet Reynard. Und dann kommen die Momente, auf die Tausende stundenlang gewartet haben: Bild 14 und Bild 15 von der Tour 1999. Auch 2002 war der gleiche Fahrer in gelb (Bild 16), und er war schnell vorbei (Bild 17). Auch ein deutscher Fahrer soll hier vorgestellt werden, Jörg Jaksche (Bild 18, aufgenommen bei der Tour 2002). Auf Bild 19 nochmal das, was an diesem Tag ca. 200 Profi-Radfahrer und unzählige Zuschauer lange Zeit als Ziel vor Augen hatten.

In Malaucène startet der "Westanstieg" zum Mont Ventoux. Malaucène ist eine kleine provenzalische Stadt mit engem, verwinkeltem Stadtkern (Bild 20) und einer Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert. Viel Sinn dafür hat der Radfahrer jedoch nicht, wenn er den Berg in Angriff nehmen will. Dann geht es nämlich gleich los, erst noch kurz im Tal bis zur Notre-Dame du Groseau, dann geht es hoch. Eine Schleife nach Süden bietet erste Blicke in die Ebene in Richtung Orange und Avignon (Bild 21), danach geht es mehr oder weniger direkt auf den Gipfel zu. Bei der Gite Forestier des Ramayettes hat man, klare Sicht vorausgesetzt, einen schönen Blick sowohl nach Norden als auch nach Süden, die Strasse verläuft hier auf einem Kamm. Dann geht es in den Wald, nach 7 km erreicht man die Abzweigung zum Skigebiet des Mont Serein. Zwei Serpentinen folgen, dann die letzten fünf Kilometer zum Gipfel, die es in sich haben: Der Stein auf Bild 22 markiert das "flachste" Teilstück dieses Abschnitts. Bald ist der Gipfel zu sehen (Bild 23). Das letzte Stück wird in Serpentinen bewältigt, jetzt oberhalb der Baumgrenze, daher hat man immer wieder grandiose Blicke auf die Umgebung (Bild 24). Kurve um Kurve (Bild 25) kämpft man sich nach oben, sieht manchen Radfahrer schieben. Bergab macht es sicher mehr Spass, aber davor muss man halt erst mal rauf. Und das Schild von Bild 26 steht glücklicherweise nur oben, nicht am Beginn der Steigung. Doch das wichtigste Schild wird nun auch erreicht, es hängt über dem Souvenirladen auf dem Gipfel (Bild 27).

Der dritte Weg ist der längst und der "einfachste": Von Sault sind es 26 km und knapp 1.200 Höhenmeter. Zunächst durch Felder, dann durch Wald geht es hinauf zum Chalet Reynard, von dort dann weiter zum Gipfel. Der Autor kennt diese Strecke nur von einer Abfahrt im Schritttempo nach der Etappe der Tour de France 2002, daher hier keine genauere Beschreibung. Statt dessen zwei Bilder des Mont Ventoux, gesehen von Sault: Bild 28 ist morgens aufgenommen, Bild 29 abends. Und nach der anstrengenden Tour kann man sich ja Produkte der Region gönnen (Bild 30).

Zum Abschluss noch einige Impressionen vom Gipfel, ein Passfoto (Bild 31), immer länger werdenden Schatten (Bild 32, Bild 33, Bild 34) und das Massif des Ecrins in der aufgehenden Sonne (Bild 35, Bild 36) ein Sonnenaufgang auf dem Mont Ventoux ist übrigens ein unvergessliches Schauspiel, auch wenn es nachts selbst im Sommer recht kühl werden kann.

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Die Bilder

Bild 1:
Imposanter Anblick ...
Bild 2:
... und fernes Ziel
Der Berg
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Start
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Bild 3:
Immer gut informiert
Bild 4:
Viele wollen hoch, zu Fuss ...
Schild
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Völkerwanderung
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Bild 5:
... oder mit dem Rad ...
Bild 6:
... und bevölkern den Berg
Völkerradfahrt
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Völkerversammlung
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Bild 7:
Temporärer Campingplatz mit grandiosem Blick
Bild 8:
Das Ziel ist in Sicht, fliegen muss man nicht
Campingplatz
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Heli
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Bild 9:
Ein Cowboy ...
Bild 10:
... und sein Ziel
Cowboy
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Das Ziel
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Bild 11:
Stele Tom Simpson
Bild 12:
Ab hier nicht mehr auf der Strasse
Simpson
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Ende
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Bild 13:
Das lange Warten auf die Tour ...
Bild 14:
... hat irgendwann ein Ende
Warten
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Armstrong-Pantani
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Bild 15:
Der Mann in Gelb auf dem Weg nach oben ...
Bild 16:
... und drei Jahre später ...
Armstrong
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Armstrong
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Bild 17:
... noch einmal
Bild 18:
Jörg Jaksche bei der Tour 2002
Armstrong
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Jaksche
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Bild 19:
Das Ziel
Bild 20:
Malaucène
Gipfel
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Malaucène
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Bild 21:
Blick nach Westen
Bild 22:
Auch hier immer gut informiert
Westblick
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Markierung
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Bild 23:
Es ist nicht mehr weit ...
Bild 24:
... und das ist schon zurückgelegt:
Nicht mehr weit
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Tiefblick
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Bild 25:
Die letzten Serpentinen
Bild 26:
Bergab macht das Spass!
Tiefblick
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Prudence
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Bild 27:
Geschafft!
Bild 28:
Der Berg von Sault gesehen: morgens ...
Passfoto
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Berg von Sault
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Bild 29:
... und abends
Bild 30:
Produkte der Region
Berg am Abend
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Wein
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Bild 31:
Noch ein Passfoto
Bild 32:
Ein Berg wirft Schatten Teil 1
Passfoto
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Schatten 1
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Bild 33:
Ein Berg wirft Schatten Teil 2
Bild 34:
Ein Berg wirft Schatten Teil 3
Schatten 2
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Schatten 3
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Bild 35:
Massif des Ecrins kurz vor Sonnenaufgang
Bild 36:
Massif des Ecrins kurz nach Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
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Sonnenaufgang
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© der Fotos: Holger Rudolph

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