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Veloland Schweiz

Fahrrad und Bahn
Die Daten . Die Karte . Der Pass . Die Bilder 
Die Anreise . Die Unterkunftstipps 

Daten Westseite

Ort Höhe ü. NN Entfernung Höhendifferenz Kumulierte Entfernung Kumulierte Höhendifferenz
Altdorf 458 m
Bürglen 523 m 2 km 65 m 2 km 65 m
Spirigen 923 m 5,5 km 400 m 7,5 km 465 m
Unterschächen 995 m 3,5 km 72 m 11 km 537 m
Passhöhe 1.952 m 12,5 km 957 m 23,5 km 1.494 m
Durchschnittliche Steigung 5,5 %
Maximale Steigung 9 %

Daten Ostseite

Ort Höhe ü. NN Entfernung Höhendifferenz Kumulierte Entfernung Kumulierte Höhendifferenz
Linthal 662 m
Urnerboden 1.372 m 13 km 710 m 13 km 710 m
Passhöhe 1.952 m 10 km 580 m 23 km 1.290 m
Durchschnittliche Steigung 5,9 %
Maximale Steigung 9 %

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Karte Klausen

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Der Pass

Der Klausenpass ist eine West-Ost-Verbindung zwischen den Kantonen Uri und Glarus. Fertiggestellt wurde er im Jahre 1899. Die Kantonsgrenze verläuft nicht über der Scheitelhöhe, sondern weiter östllich. Warum dies so ist? Später. Der Urnerboden, das Hochtal hinter der Passhöhe, ist somit das einzige Tal des Kantons, das vom Urner Talboden um Altdorf durch einen Pass getrennt ist. Die Verkehrsbedeutung des Passes ist bei weitem nicht so gross wie die der anderen grossen Urner Pässe, Susten, Furka, Oberalp und besonders natürlich Gotthard. Von November bis mitte Juni ist er gesperrt, so dass die Bewohner des Urnerbodens vom Rest des Kantons für mehr als ein halbes Jahr abgeschnitten sind. Die Strasse ist gut ausgebaut, im Sommer wird sie jedoch von sehr vielen Motorradfahrern benutzt, die besonders am Wochenende die Freude am Radfahren beträchtlich trüben können. In Verbindung mit dem Pragel lässt sich eine schöne Rundtour gestalten.

In Altdorf soll Wilhelm Tell seinem Sohn den Apfel vom Kopf geschossen haben. Sagt zumindest Friedrich Schiller, und so steht hier das berühmte Telldenkmal (Bild 1) Zudem ist Altdorf ist der Hauptort des Kantons Uri, hier teilt sich die Strasse: nach Süden geht es über den Gotthard, nach Osten über den wesentlich unbedeutenderen Klausenpass. Nach wenigen Kilometern ist Bürglen erreicht, die Heimat Wilhelm Tells (Bild 2). Im Schächental geht es nun weiter, bei Spiringen wird eine Geländestufe mit zwei Serpentinen überwunden. Bild 3 zeigt einen Postbus, der Spriringen talwärts verlässt. Spiringen lädt zu einer Rast ein (Bild 4), weiter geht es wieder in den Talboden, ein Stück bergab (d. h. in der anderen Richtung: Gegensteigung!). Unten erreicht man Unterschächen (Bild 5), den letzten Ort vor der Passhöhe. Dann geht es endgültig nach oben, klar, Unterschächen wirkt wie von drei Seiten eingeschlossen in den Bergen. Zunächst in zwei Serpentinen, dann mit einer langen geraden Strecke entlang des z. T. sehr steilen Hangs gewinnt die Strasse schnell an Höhe. Tief unten im Schächental liegt der Weiler Aesch (Bild 6). Die Strasse wirkt hoch über dem Schächental "dem Fels abgetrotzt" (Bild 7), nach rechts geht es steil bergab, dieses Stück ist schon mehreren Motorradfahrern zum Verhängnis geworden, auch, weil die Absicherung nur aus einem Rohrgeländer besteht. Schließlich ist der imposante Talschluss des Schächentals erreicht (Bild 8 und im Rückblick Bild 9). Mehrere Bäche stürzen sich in Wasserfällen in die Tiefe. Nach oben kommen noch zwei Serpentinen, es geht vorbei am Hotel Klausenpasshöhe, von dem sich ein letzter Rückblick ins Schächental bietet (Bild 10: links am Bildrand ist die Geländekante zu erkennen, die den steil abfallenden Talschluss des Schächentals bildet). Das Hotel heißt zwar Klausenpasshöhe, es sind aber noch ca. 100 Höhenmeter bis nach oben. Viel ist es allerdings, die letzten Meter geht es auf ziemlich gerader Strecke bis zur Passhöhe.

In Linthal, dem letzten Ort im gleichnamigen Haupttal des Kanton Glarus, beginnt die Ostseite des Klausenpasses. Linthal ist 12 km und etwa 100 Höhenmeter von Glarus entfernt, die Strasse steigt also von Glarus aus leicht an. Orientierungsschwierigkeiten kann es keine geben, schließlich liegt der Klausenpass auf der Veloroute 4, der Alpenpanoramaroute des Veloland Schweiz. Dass der Kanton Glarus der am stärksten industrialisierte Kanton der Schweiz ist, verwundert nicht, wenn man die vielen Industrieanlagen sieht (Bild 11). Allerdings hat insbesondere die einst sehr wichtige Textilindustrie viel von ihrer Bedeutung verloren, viele Fabrikhallen stehen leer. Der Weg führt uns bis Linthal, dem hintersten Ort des Tals. Hier beginnt der östliche Anstieg zum Klausenpass. Zunächst geht es in einer Serie von Serpentinen bergauf immer wieder hat man schöne Blicke talabwärts über Linthal (Bild 12) oder talaufwärts bis zum Tödi (Bild 13). Nach den acht Serpentinen verschwindet die Passstrasse im Wald, nicht immer ist der Belag einwandfrei (Bild 14). Nach wenigen Kilometern verlässt die Strasse den Wald wieder und unvermittelt befindet man sich in einem weiten, grünen Hochtal, dem Urnerboden.
Nanu, die Passhöhe ist noch weit entfernt und das Hochtal heisst nicht "Glarnerboden", sondern eben "Urnerboden"? Das kam so: Oft gab es Streit zwischen Urnern und Glarnern über die Grenzziehung. Und so vereinbarte man einen Wettkampf: Von jeder Seite wurde ein Läufer losgeschickt, an der Stelle, wo sie sich trafen, sollte die Grenze sein, "für alle Ewigkeit". Startzeit (Mobiltelefone gab es wohl noch nicht): Der erste Hahnenschrei. Der Trick der Urner: ihr Hahn musste hungern, und krähte schon mitten in der Nacht. Der gut ernährte Glarner Hahn erwachte erst viel später (gewitzt waren die Urner schon immer, wenn es um ihre Pässe ging, so auch bei der Teufelsbrücke in der Schöllenen, doch das ist eine andere Geschichte). Und so gehört der Urnerboden politisch zum Kanton Uri, genaugesagt zum Schächental, auch wenn dieses für die Bewohner, die auch im Winter hier ausharren, zwischen November und Juni nur über einen Umweg von mehr als 100 km zu erreichen ist. Und es sind nicht mehr viele, die auch im Winter hier ausharren, nur noch ca. 40, 1935 waren es noch 250. Die Schule wurde geschlossen, als man nicht mehr auf die erforderlichen fünf Kinder kam, die Post machte dicht und die Postbuslinie wurde auf Bedarfsbus umgestellt. Für die Winter sieht die Zukunft nicht rosig aus im Urnerboden, ob der Tourismus (Langlauf, Skitouren) da eine realistische Chance bietet, ist ungewiss. Im Sommer ist jedoch Leben auf der Alp: 1.200 Kühe werden hier gesömmert, 250 Sennen produzieren jede Menge Käser, dazu kommen durch die Passstrasse auch Touristen auf den Urnerboden, der Sommer ist in der Tat kein Problem.
Für den Radfahrer ist der Urnerboden eine willkommene Ruhepause vor dem letzten Anstieg zur Passhöhe. Und zwar eine Ruhepause in grandioser Landschaft auf etwa 1.400 m Höhe. Einige Kilometer flach, auf teilweise schnurgerader Straße, durch die größte Alp der Schweiz (Bild 15 und Bild 16). Hinter dem Urnerboden geht es in Serpentinen wieder bergauf, der Schlussspurt sozusagen. Eine der Serpentinen liegt in dem beeindruckenden Talkessel "Klus", bewacht vom Claridenmassiv (Bild 17). Wasserfälle über mehrere hundert Meter stürzen ins Tal (Bild 18). An den Alphütten von Vorfrutt vorbei geht es unaufhaltsam nach oben. Dennoch sollte man einen Rückblick nicht versäumen, einen Rückblick, der über das satte grüne Tal des Urnerboden und seinen kleinen Hauptort schweift (Bild 19 und Bild 20). Schliesslich sind es noch ein paar Kehren bis ganz nach oben (Bild 21), auch zu Sommeranfang z. T. noch neben hohen Schneewänden (Bild 22). Die letzten Meter wird noch einmal alles gegeben, dann können endlich die Passfotos geschossen werden (Bild 23 und Bild 24).

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Die Bilder

Bild 1:
Das Telldenkmal in Altdorf
Bild 2:
Bürglen, der "Geburtsort" Wilhelm Tells
Telldenkmal
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Bürglen
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Bild 3:
Postbus auf dem Weg von Spirigen ins Tal
Bild 4:
In Spirigen
Postbus
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Spirigen
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Bild 5:
Unterschächen im Talboden des Schächentals
Bild 6:
Fast ein Luftbild: der Weiler Aesch
Unterschächen
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Aesch
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Bild 7:
Gefährliche Strecke im Fels
Bild 8:
Rechts geht es mehrere hundert Meter bergab
Gefahr
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Bergab
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Bild 9:
Rückblick in das Schächental
Bild 10:
Rückblick vom Hotel Klausenpass
Strasse
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Rückblick
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Bild 11:
Alte Industrie vor Bergkulisse
Bild 12:
Rückblick auf Linthal
Linthal
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Linthal
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Bild 13:
Blick zum Tödi
Bild 14:
Wenigstens gewarnt
Tödi
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Belagsrampen
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Bild 15:
Der Urnerboden, die größte Alp der Schweiz
Bild 16:
Hier haben die Kühe wirklich genug zu futtern
Urnerboden
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Urnerboden
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Bild 17:
Der Felskessel Klus, darüber das Claridenmassiv
Bild 18:
Fallende Wasser
Clariden
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Chlus
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Bild 19:
Rückblick auf den Urnerboden
Bild 20:
Der Hauptort des Urnerbodens
Urnerboden
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Urnerboden
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Bild 21:
Blick nach oben
Bild 22:
Die letzten Meter, mit Kühlung von rechts
Blick nach oben
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Radfahrer
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Bild 23:
Passfoto mit viel Schnee
Bild 24:
Passfoto mit wenig Schnee
Passfoto
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Passfoto
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© der Fotos: Holger Rudolph



Die Anreise

Altdorf ist sowohl mit dem Zug als auch mit dem Auto einfach zu erreichen, es liegt an der Gotthardroute. Mit dem Zug über Basel - Luzern - Arth Goldau oder Zürich - Arth Goldau nach Flüelen, hier halten alle Regionalzüge über den Gotthard und es sind nur noch wenige Kilometer bis Altdorf
Auch die Gotthard-Autobahn führt am Ort vorbei, die Abfahrt ist kurz nach dem Seelisbergtunnel.
Eine interessante Alternative ist noch die Anreise mit dem Schiff ab Luzern bzw. Brunnen über den Vierwaldstätter See. Besonders die Strecke von Brunnen nach Flüelen empfielt sich, wenn man auf der Rundtour Klausen - Pragel die verkehrsreiche Axenstrasse zwischen Brunnen und Flüelen meiden will.

Linthal ist ebenfalls gut per Zug und per Auto zu erreichen. Mit der Bahn geht es über Zürich entlang des Zürichsees bis Ziegelbrücke, hier muss man umsteigen und weiter geht es auf der Stichstrecke über Glarus bis nach Linthal. Auch mit dem Auto geht es über Zürich auf der Autobahn bis zur Abfahrt Niederurnen, dann einfach ins Tal hinein, bis es nicht mehr weitergeht.

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Die Unterkunftstipps

Altdorf, Flüelen

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